Immaterielle Arbeit?

Hallo - kann mir hier vielleicht einer den Begriff "Immaterielle Arbeit" genauer erklären - kann mir trotz Wikipedia nicht genau erklären, was Immaterielle Arbeit eigentlich genau heißt. danke!

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Immaterielle Arbeit

Sehr knappe eigene erarbeitete Definition:

Arbeit, die zu einem Zeitpunkt begonnen wird an dem noch kein Entgelt für diese Arbeit erwartet wird. Die Arbeit entsteht aus einem eigenen Interesse und gewinnt später, sobald und sofern sich das Interesse auf weitere Personengruppen ausweitet, an Wert, der unter Umständen finanziell vergütet wird.

Mit „Arbeit“ sind hier Tätigkeiten (denen als Fähigkeiten die sogenannten Soft Skills zu Grunde liegen) gemeint, die nicht im klassischen Sinne als Arbeit verstanden werden (zB. Social Networking).


Gedankenspiel: Wie sieht der Immaterielle Arbeiter aus?

Da sich mir diverse Probleme eröffnet haben, als ich mir die „immaterielle Arbeit“ etwas plastischer vorzustellen versuchte, habe ich mir mit diesem Gedankenspiel versucht abzuhelfen. Sollten in den Beispielen Ungenauigkeiten oder Elemente enthalten sein, die nicht den Charakter der „immateriellen Arbeit“ erklären, so bitte ich um Korrektur oder konstruktive Kritik.
Gerne dürfen auch weitere Vorschläge angeführt werden, die das Thema weiter eingrenzen.

Möglicherweise:

Ein Blogautor, der mehrere Jahre lang Beiträge über sein Hobby, das Segeln, verfasst hat und diese ins Netz gestellt hat. Aus seinem Hobby entwickelt sich nun ein lukrativer Verdienst als ein Verlag an ihn herantritt und ihm anbietet seine Beiträge als Buch herauszubringen.

Ein Groupie, das es auf Künstler aller Art abgesehen hat. Sie hängt in den szenigen Kneipen und Clubs ab und macht, was sie am besten kann, Kontakte knüpfen, sich unterhalten – „socialisen“ eben. Aus Ihren Kontakten entwickeln sich ab und an Jobs als Darstellerin in einer Performance oder als Mitwirkende bei einem Happening.

Das wär jetzt meine Idee - habe auch noch wikipedia anzubieten:

Geschrieben von Serafine Wertung: 1 | Bewerte Antwort: + -

Definition aus Wikipedia:

Immaterielle Arbeit

beinhaltet kooperative, kommunikative und affektive Arbeiten (besipielsweise Emotionsarbeit, Soziales Netzwerk, Teamarbeit). Sie ist bestimmend für die gesellschaftliche Arbeit in ihrer Gesamtheit (siehe Arbeit (Philosophie)).

Von Hardt werden in "Emprire" drei Aspekte der immateriellen Arbeit herausgestellt[1]:
1. der Informationsfluss zwischen Fabrik und Markt,
2. die Homogenisierung der Arbeitsvorgänge als Prozesse der Symboleingabe in Informationssysteme und
3. die affektive Arbeit, bei der im direkten oder auch indirekten Kontakt (etwa in der Unterhaltungsindustrie) ein Gefühl von Wohlsein erzeugt wird.
Auch wenn die in der immateriellen Produktion Beschäftigten eine Minderheit bleiben, wird ihre Form der Arbeit hegemonial: Die Eigenschaften der immateriellen Produktion verändern alle anderen Formen der Arbeit, bzw. sogar die Gesellschaft als Ganzes. Gleichzeitig ist die immaterielle Arbeit für die Gesellschaft sehr bedeutend: Da durch sie Symbole, Affekte und Beziehungen hergestellt wird, kann man sogar behaupten, die immaterielle Arbeit produziere die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit. Die Globalisierung führt zu grundlegenden Veränderungen im Produktionsprozess, zusätzlich werde die industrielle Arbeit an Bedeutung verlieren.
Ihr Ziel ist die Produktion und Reproduktion der Gesellschaft insgesamt. Sie ist nicht mehr auf die Ökonomie beschränkt ( Biopolitik, Produktion von Subjektivitäten). Sie hat eine Tendenz zum Netzwerk, da Kommunikation, kooperative und affektive Beziehungen auf Netzwerken beruhen. Weitere Eigenschaften sind Mobilität, Flexibilisierung und Prekarisierung.
Zur Kritik an der Immateriellen Arbeit [Bearbeiten]
Sowohl in „Empire“ wie in „Multitude“ gehen Hardt/Negri von einem gesellschaftlichen Verhältnis aus, dass den general intellect bereits verwirklicht hat. Ebenso sprach Giannoli bereits Anfang der 1990er Jahre von der „Epoche des general intellects“, wie Negri Ende der 1990er vom Postfordismus „als Regime des ‚general intellects‘“ (Gianolli & Negri zitiert nach Haug, S. 57) sprachen. Im Prinzip wird eine These Negris - die Bedingungen sind bereits kommunistisch, die Menschen müssen es nur noch werden - aus den siebziger Jahren zum xten mal reanimiert und theorieimmanenten Neuerungen angepasst, wie es sich bei der Berücksichtigung feministischer und postmoderner wie poststrukturalistischer Theorieversatzstücke gerade in „Multitude“ zeigt. Anders als der Postoperaismus sieht Haug die Epoche als „diejenige des ‚gernal intellect‘-an sich; sie [die verwissenschaftlichte Produktionsweise] stockt an der Schwelle der Aufgabe, einer plural-universellen Vernunft in der Ordnung der gesellschaftlichen Verhältnisse, auch der Naturverhältnisse, Geltung zu verschaffen“ (S. 63). Und da „wir in der Epoche einer global gewordenen Irrationalität“ (S. 64) leben, ist die Möglichkeit des gesellschaftlichen Individuums zwar potentiell vorhanden, doch hat es seinen Auftritt auf der Bühne der Geschichte noch nicht gehabt und gegenwärtig erscheint dies immer unwahrscheinlicher. „So fruchtbar es ist, auf die ‚immer umfassendere Wiederaneignung des technowissenschaftlichen Wissens durch das Proletariat‘ zu achten, ist es Unfug, das ‚Ende jedweden Unterschieds [...] zwischen Produktion und Leben‘ (Negri [1993] 1998) zu verkünden“ (Haug, S. 60).
Was wirklich neu ist an digitalisierten Güter, ist die „[...] konkrete Distributionsweise und die apparative Mediatisierung der ‚Lektüre‘“ (Haug S. 86). Die Immaterialität der Arbeit ist insofern fraglich, als dass neben den Geräten, Strom etc. auch verausgabte Arbeit vonnöten ist, die nicht stofflich sein muss, doch materiell wirkt. Beispielhaft kann man dies anhand von Forderungen wie „Schulen ans Netz!“ oder „Einkaufen per Mausklick“ illustrieren, denn es wird schnell vergessen, „dass man die Schüler nicht per E-Mail vor dem Schultor absetzen kann und Computer keine Bücher transportieren“ (Kaube zitiert nach Haug S. 96). Trotzdem hat das epoachal Neue - „[...] die Intensivierung des transnationalen High-Tech-Kapitalismus [...]“ (Haug, S. 99) - seinen Ursprung „[...] in der technologisch machbaren Digitalisierung von Information und Kommunikation [...]“ (Hickel zitiert nach Haug S. 99).
„Die ‚immaterielle Ökonomie‘ wirft die Materie dessen, was ihr den Namen des Immateriellen eingetragen hat, in ungeheuerlichen Mengen auf das, was Marx die ‚Springquellen alles Reichtums‘ nennt: ‚die Erde und den Arbeiter‘. Zwischen 1997 und 2007 werden mutmaßlich 500 Mio. Computer verschrottet“ (Haug, S. 115/116).